BÜCHER


Studie veröffentlicht: Inklusives Gedenken. Eine qualitative Studie zur Wahrnehmung des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim durch Menschen mit Behinderungen

Im Rahmen der einjährigen Lehrveranstaltung Projektmanagement I und II, die vom Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik der JKU Linz angeboten wird, forschen zehn Studierende aus dem Bachelorstudium Sozialwirtschaft über das Wissen, das Denken, die Gefühle, die Erfahrungen sowie Wünsche und Bedürfnisse von gehörlosen Menschen und Menschen mit Behinderungen in Bezug auf den Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim. 

 

Die Forschungsgruppe ist sich der Sensibilität der Inhalte des Lern- und Gedenkortes Schloss Hartheim bewusst und deshalb auf ein behutsames Vorgehen bedacht. Das Forschungsprojekt wird mit Gebärdensprachdolmetschung begleitet.

 

Ziel des Lehrforschungsprojektes ist es, gehörlose Menschen und Menschen mit Behinderungen in Oberösterreich zu befragen wie inklusives Gedenken gestaltet werden soll und kann. Die Ergebnisse werden ausgewertet und in einem Bericht sowie einem kurzen Forschungsbegleit-Film dokumentiert.    


Fachstudienbuch erschienen: Eine Studie über den Aufstieg von Menschen mit Behinderung

Biografieforschung als Mittel zur Rekonstruktion sozialer Wirklichkeit

Es geht um die Menschen mit Behinderungen, die ihr gesellschaftliches Ansehen erworben haben, weil sie ihre Behinderung nicht als Hindernis sehen und genau wissen, was sie wollen. Wie haben sie das bloß geschafft? Die Studie stellt den biografischen Hintergrund dieser Menschen mit Behinderungen dar und analysiert, was diese Personen dazu gebracht hat, ihre Chancen zu nutzen und etwas verändern zu wollen. Jede Biografie ist geprägt durch die sozialen Bedingungen, die Menschen vorfinden und den Umgang, den sie selbst damit entwickeln können. So lässt sich auch das Leben der Personen nicht allein durch die äußeren Umstände oder ihre Behinderung erklären, da all diese Faktoren sich wechselseitig bedingen. In der Studie geht es um das Interviewmaterial, in dem die Personen ihre Situationen beschreiben und über ihren Werdegang erzählen. Dabei ist das Einbeziehen der sozialen Hintergründe in der gesellschaftlichen Situation von Bedeutung. Es ist wichtig, dass die Belege von der faktischen Welt in der eigenen Biografie eingebettet sind.

 
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Gehörlosenbewegung

Studienarbeit aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten, Note: 1,8, Johannes Kepler Universität Linz (Soziologie), Veranstaltung: Spezialisierung II im Praxisfeld (Entwicklung, soziale Bewegungen, Umwelt) PR, Sprache: Deutsch.

 

Abstract: Die Gehörlosenbewegung besteht seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie hat viele gesellschaftliche Umbrüche nicht ganz bewältigen können und den Ausschluss von allen Bereichen der Öffentlichkeit erlebt. Durch die gesellschaftlichen Umbrüche gerät die Gehörlosenbewegung ins Stocken und muss sich gefallen lassen, dass die Gesellschaft sogar behauptet, gehörlose Menschen seien unfähig, ihr Leben selbständig zu bewältigen. Diese von den Nichtbetroffenen behauptete Unfähigkeit der Gehörlosen erzeugt jede Menge historischer Unwahrheiten sowie voreilige Vorurteile und nährt das falsche Bild über Gehörlose, sodass die gesellschaftlichen Einschränkungen für Gehörlose aufrechterhalten bleiben und andauern. Diese negativen Einschränkungen, wie zum Beispiel, dass der Bildungszugang vielen Gehörlosen versperrt bleibt, führen zu einer Instabilität der Communitystrukturen. Diese Instabilität ermöglicht es den nichtbetroffenen Einrichtungsträgern, diese Strukturen auszuhöhlen bzw. die vermeintliche Lebensqualität Gehörloser zu gewährleisten damit wollen sie die scheinbare Benachteiligung abschaffen. Was hinter der vermeintlichen Lebensqualität und deren Nichtzustandekommen steckt, werde ich im Laufe der Seminararbeit erläutern.Erst in den 1980er Jahren begann die Neustrukturierung des österreichischen Behindertenmodells : Im Allgemeinen forderten Eltern die Wiedereingliederung ihrer Kinder auf der bildungspolitischen Ebene, damit diese das Recht auf eine normale Schule mit Integrationsmöglichkeit wahrnehmen können. Heute, nach 30 Jahren, zeigt sich, dass sich gehörlose Kinder wie auch andere Kinder mit unterschiedlichen Behinderungen zu den erwerbstätigen Bildungsbürgern entwickelt haben. Jedoch findet sich zugleich eine Spaltung in der Gehörlosengemeinschaft ab dem Jahr 2000: Zum einen gibt es die eben angesprochene Gruppe jener Menschen, die die Möglichkeit hatten, trotz ihrer Behinderungen Bildung zu erwerben bzw. zu erhalten, doch zum anderen existiert ebenso die Gruppe der Gehörlosen, die keinen bzw. kaum Bildungszugang erworben haben. Aus diesem Grund gerät die Gehörlosengemeinschaft ins ideologisch-strukturelle Stocken und kommt nicht als gesamte Community voran. Seit Jahrzehnten stehen sich daher zwei Gruppen gegenüber: Medizinische und kulturelle Ideologieorientierung prägen den Alltag in der Gemeinschaft.


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